sechs Personen, die gemeinsam in einem modernen Innenraum an einem Geländer stehen und in die Kamera lächeln
Pflegen den grenzüberschreitenden Informationsaustausch in Sachen regenerative Energieformen und Klimaschutzaktivitäten (v.l.n.r.): Heinz Öhmann (Vorsitzender des Partnerschaftvereins Coesfeld-De Bilt), Johanna von Oy (Klimaschutzmanagerin der Stadt Coesfeld) Ger Tielen (Partnerschaftskomitee De Bilt), Bouwe Taverne (BENG!-Vorsitzender; De Bilt Energy Neutral Community), Ron Keßeler (Geschäftsführer der Stadt-werke Coesfeld, Borken und der Emergy) und Julika Fritz (Klimaschutzmanagerin der Stadt Coesfeld)

Ganz weit vorne in Sachen Klimaneutralität

Niederländer aus de Bilt informierten sich über die Arbeit der Stadtwerke Coesfeld

Coesfeld. Sich über die Energieversorgung der deutschen Nachbarn zu informieren, war die Absicht einer Zweier-Delegation aus Coesfelds niederländischer Partnerstadt De Bilt, die vor einigen Tagen den Stadtwerken Coesfeld einen Besuch abstattete. Das Hauptaugenmerk der Gäste aus den Niederlanden lag vor allem bei den regenerativen Energieformen.

Ger Tielen vom Partnerschaftskomitee in De Bilt und Bouwe Taverne, dem BENG!-Vorsitzenden (De Bilt Energy Neutral Community), waren in Begleitung des Vorsitzenden des Coesfelder Partnerschaftsvereins, Heinz Öhmann, vor Ort. Anwesend waren auch die beiden Klimaschutzmanagerinnen der Stadt Coesfeld, Julika Fritz und Johanna von Oy, die den Gästen die städtischen Klimaschutzaktivitäten ausführlich erläuterten. Die Gäste bekamen darüber hinaus aufschlussreiche Einblicke in die Arbeitsweise der Stadtwerke als regionales Unternehmen, das die Menschen mit weit mehr als Gas, Strom und Wasser versorgt.

Durch die seit 2018 existierende Zusammenarbeit der Stadtwerke Coesfeld mit den Stadtwerken Borken und den Gemeindewerken Reken (seit 2023) im Emergy-Verbund ist eine langfristige und strategische Weiterentwicklung der Unternehmen möglich geworden. Diese Kräftebündelung bezieht sich nicht nur auf die klassische Daseinsvorsorge, sondern stellt den Bürgern ihrer Stadt darüber hinaus Bäder, Parkraum, Glasfaser und Wärmelösungen zur Verfügung und treibt zudem den weiteren Ausbau der E-Mobilität voran. Zum Leistungsportfolio der Emergy gehören kaufmännische und technische Dienstleistungen sowie der Betrieb von Infrastrukturen. Dabei versteht sich das Unternehmen als Treiber innovativer Themen und digitaler Geschäftsmodelle. Die Emergy entwickelt die Energieversorgung der Region gezielt weiter und baut die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien konsequent aus.

Wie letzteres funktioniert, stellte der Geschäftsführer der Stadtwerke Coesfeld und Borken Ron Keßeler, der zugleich Emergy-Geschäftsführer ist, seinen Gästen am Beispiel des Windparks Letter Bruch vor. 2021 ans Netz gegangen, erzeugt der 13 WKA zählende Windpark jährlich eine Strommenge, die rechnerisch dem Jahresverbrauch von rund 40.000 Haushalten entspricht. Ergänzt wird die regionale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien durch Sonnenenergie und Biogas. Der Strom wird von regionalen Unternehmen sowie landwirtschaftlichen Betrieben erzeugt und in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Über Regionalnachweise wird diese Stromerzeugung dem Tarif „Mein Stadtwerke Strom Regio" zugeordnet. Das Angebot wird stetig ergänzt und erweitert.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Stadtgebiet erreicht inzwischen bilanziell eine Größenordnung, die dem Stromverbrauch in Coesfeld entspricht. Auch überregional wird Coesfeld aufgrund des hohen Anteils der Windenergie an der lokalen Stromerzeugung als „Windstadt" bezeichnet.

Der Einsatz neuer Energieversorgungslösungen wie die „Kalte Nahwärme" zählt ebenfalls zum Portfolio der Stadtwerke. Gerade entsteht im Borkener Stadtteil Weseke unter Federführung der Stadt und der Stadtwerke Borken eine Wohnsiedlung, in der eine Vielzahl von Gebäuden mit „Kalter Nahwärme" versorgt werden soll.

Auch das Thema „Wasserstoff" ist eines, mit dem sich die Stadtwerke schon länger auseinandersetzen. Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit den möglichen zukünftigen Einsatzfeldern von Wasserstoff in der Energieversorgung.

Fazit des ersten deutsch-niederländischen Treffens dieser Art: Das Partnerschaftskomitee aus De Bilt und BENG! können sich einen weiteren Besuch bei den Stadtwerken vorstellen. Der soll mit einer größeren Gruppe stattfinden, um tiefere Einblicke in die Verwaltungsstruktur, die Finanzierung, die Entscheidungsfindung und die Bürgerbeteiligung zu gewinnen – alles Faktoren, die zeigen, wie sich das münsterländische Coesfeld mit dem Ausbau erneuerbarer Energien beschäftigt und von deren Erfahrungen auch die niederländische Partnerstadt De Bilt profitieren möchte.

Ansprechpartner

Antje Evers

Pressesprecherin | Öffentlichkeitsarbeit

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a.evers@emergy.de

die Mitarbeiterin Evers Antje.